JAGDVERHALTEN unter KONTROLLE

Jagen macht glücklich! Es muss nicht gleich das Reh oder Häschen sein, dem Ihr Hund hinterher läuft. Schon die Jagd nach einem Schmetterling oder Ball schüttet Glückshormone aus und hinterlässt den Lerneffekt dieses Gefühl wiederholen zu wollen.

Das ist auch der Grund warum viele Hunde bereits in Erwartung der Beute höchst aufgeregt und nicht mehr ansprechbar sind. Ein Mythos ist es, dass ein Hund der bis zum 1.Lebensjahr nicht gejagt hat, es später auch nicht mehr tut. Jagen kann er auch im hohen Alter noch für sich entdecken.

Viele Hundebesitzer haben bereits die leidvolle Erfahrung gemacht: ein Hase taucht auf und der eigene Hund ist eine Staubwolke! Man ruft und pfeift eine gefühlte Ewigkeit und kann nur mehr hoffen, dass er unbeschadet den Rückweg findet. Bestenfalls gesund und ohne weitere gefährliche Zwischenfälle für den Straßenverkehr, das Wild oder sich selber.

Jagdverhalten gehört zum Instinktverhalten eines Hundes. Es gibt zwar Rassen aus denen man das Jagen herausgezüchtet hat oder die aufgrund ihres Körperbaus weniger Interesse daran zeigen. Dennoch stellt das Hetzen nur für den Menschen ein Problem dar, für den Hund gehört es zum genetisch verankerten Normalverhalten.

 

Warum funktioniert strafen und verbieten nicht?

 

Man stelle sich einen Wolf oder Löwen vor, der durch Schmerz oder Misserfolg seine Beute nicht jagen würde. Beutegreifer wären dann in der Natur längst ausgestorben.

 

Antijagdtraining - geht das überhaupt?

 

Dem Hund das jagen verbieten zu wollen würde bedeuten gegen seinen Instinkt zu arbeiten und bei vielen Rassen gegen das, wofür sie eigentlich gezüchtet wurden - als Jagdhunde. Nur wenn sich der Hund freiwillig gegen das jagen entscheidet – ihm also der Besitzer ein starkes Ersatzprogramm anbietet – wird sich der Hund lieber an seinem Frauchen / Herrchen orientieren und auch abrufbar bleiben.

Der Jagdtrieb von Hütehunden ist eigentlich ein Hütetrieb. Hier hat man gute Chancen durch Ersatzbeschäftigung wie Treibball, Spielzeug suchen und „hüten“ lassen einen Hund an seiner Seite zu wissen, der Wild links liegen lässt.

Sichtjäger hingegen, wie zb. der Ridgeback, reagiert sehr schnell auf sichtige Beute. Daher muss man für diesen Hundetyp andere Übungen wählen als für einen „nasenagierenden“ Hund, wie zb. den Beagle.

Mit gezielter Impulskontrolle unter gesteigerten Ablenkungen und rassetypischer Beschäftigung lohnt es sich jedenfalls schon früh zu beginnen, vor allem bei Rassen die als Jagdgebrauchshunde gezüchtet wurden.

 

Mit Training, Geduld und Einfühlungsvermögen kann der Hund überzeugt werden, dass ihm das Leben mehr bietet als das jagen.